29.04.2020

Liturgische Kleidung

Wer trägt was?

Warum tragen eigentlich männliche und weibliche Kommunionhelfer unterschiedliche Gewänder? Sind in diesem Dienst die Männer und Frauen nicht gleichgestellt?
Iris Kruse, Meppen

Doch, Männer und Frauen sind im Dienst als Kommunionhelfer und -helferinnen gleichgestellt – wie auch als Lektorinnen und Lektoren. An der Frage der liturgischen Kleidung entscheidet sich das nicht. Denn mir scheint: Die ist häufig einfach Geschmacksache.

Feste Regeln, welcher Dienst welche Kleidung zu tragen hat, gibt es nicht. Noch nicht einmal, ob Kommunionhelfer überhaupt eine besondere liturgische Kleidung tragen. In manchen Gemeinden wird es gemacht, in manchen nicht. In vielen kann jeder Einzelne selbst entscheiden, was er oder sie tragen möchte.

Die meisten Liturgiewissenschaftler sind für das Tragen von liturgischer Kleidung, weil es die besondere Rolle im Gottesdienst betont: Wir stehen nicht in Zivil vor der Gemeinde, sondern im Dienst; uns selbst und unseren Modegeschmack sollen wir zurücknehmen. Das soll man sehen: an der Kleidung und daran, dass alle liturgischen Dienste gemeinsam in die Kirche einziehen und Plätze im Altarraum haben.

Manche Kommunionhelfer (und Lektoren) wollen gerade das nicht und finden es wichtig, ihren Dienst buchstäblich aus der Gemeinde heraus zu tun und nichts Besonderes zu sein. Deshalb kommen sie in normaler Kleidung aus der Bank.Wenn sie aber liturgische Kleidung entscheiden, gibt es dafür auch keine festen Vorschriften. 

Männer tragen meist Talar und Rochett – viele kennen das, weil sie früher Messdiener waren. Für Frauen haben die meisten Gemeinden Mantelalben angeschafft, oft in zwei Größen, damit es für Frauen von 1,60 Meter bis 1,75 Meter passt. Es spricht aber nichts dagegen, dass auch eine Frau Talar und Rochett anzieht, wenn sie möchte – zumal jetzt Kommunionhelferinnen nachwachsen, die auch Messdienerinnen waren. Und auch ein Mann darf eine Mantelalbe tragen – falls sie denn passt.

Liturgiewissenschaftler empfehlen übrigens die weiße Mantelalbe für alle. Weil sie an das Taufkleid erinnert und damit daran, dass Laien kraft ihrer Taufwürde den liturgischen Dienst tun.

Susanne Haverkamp