21.07.2021

Kirchliche Sexualmoral

Die Lehre soll sich ändern

Birgit Mock und Bischof Helmut Dieser leiten beim Synodalen Weg das Forum „Leben in gelingenden Beziehungen“. Sie erlären, warum sie die kirchliche Sexualmoral modernisieren wollen – und weshalb es sich lohnt, Themen wie Segnungsfeiern für homosexuelle Paare zu diskutieren.

Ein Foto zeigt das Logo des Synodalen Wegs.
Reformprozess unter dem Zeichen des Kreuzes: Beim Synodalen Weg diskutieren Bischöfe undLaienvertreter über die Zukunft der Kirche - zum Beispiel zur Frage, wie die Kirche mit Sexualität umgehen sollte. 

Um welche Themen geht es in Ihrem Forum?

Mock: Wir haben den Auftrag, die kirchliche Sexualmoral zu verheutigen. Das ist keine kleine Aufgabe. Bisher ist in der kirchlichen Lehre die sakramentale Ehe zwischen Mann und Frau der einzig legitime Ort für gelebte Sexualität. Wir begegnen aber vielen Liebespaaren, die jenseits einer Ehe ihre Sexualität als stimmig für ihr Leben und wichtig für eine gelingende Beziehung erleben. Diese Kluft ist immer größer geworden.

Der Ausgangspunkt des Synodalen Wegs ist der sexuelle Missbrauch. Wenn man sich an die kirchliche Sexualmoral halten würde, würde man sich gegen Missbrauch aber doch immunisieren. Warum also Änderungen?

Dieser: Das ist im Prinzip richtig. Vielmehr geht es aber um einen grundsätzlichen Paradigmenwechsel, wenn wir zunächst einmal das Leben der Menschen wirklich wahrnehmen. Wo sind die gelingenden Erfahrungen in ihrer Sexualität? Wo entstehen Grenzerfahrungen? Wo ist das Scheitern? Vom Evangelium her gilt ein Primat der Liebe, der auch in sexuellen Beziehungen gewahrt werden muss. Sonst gefährden wir das Menschsein und können in Gewalt, Missbrauch oder in dunkle Sphären abgleiten.

Mock: In unserem Forum setzen wir nicht erst bei der Verbindung von Missbrauch und Sexualität an, sondern gehen einen Schritt zurück: Wie verstehen wir Sexualität? Sie ist eine positive Kraft, die uns vom Schöpfer geschenkt ist. Wir kommen nicht über Verbote, sondern sehen die Chancen. Das bedeutet dann nicht, dass gleich alles erlaubt ist. Sexualität hängt natürlich mit Verantwortung zusammen. 

Diese Ansätze sind ja nicht völlig neu. Daher sagen einige, der Synodale Weg instrumentalisiere den Missbrauch, um altbekannte Forderungen durchzubringen. Stimmt der Vorwurf?

Dieser: Der Synodale Weg basiert nicht auf einer Instrumentalisierung des Missbrauchs. Unsere Beratung ist ein Teil dessen, was wir als Kirche dazugelernt haben. Unsere Deutung von Sexualität lag bisher doch eher in einem Misstrauen gegenüber der Sexualität an sich, weniger im vertrauenden Gestalten. Dieser Verdacht einer dauernden Gefährdung des Heils des Menschen hat zu Verdrängungsphänomenen geführt. Und auch im Beichtstuhl zu sehr vielen übergriffigen Gängelungen. 

Mock: Das ist alles nicht neu? Doch, genau das ist es. Es ist ein Paradigmenwechsel. Wir führen bei uns im Forum Diskussionen, bei denen wir noch ganz andere historische Deutungen mit uns herumtragen und endlich verheutigen wollen. Ich sage das auch in Bezug auf die Ehe zwischen Mann und Frau. Da könnte man ja sagen, dass wir uns in Bezug auf Sexualität entspannt zurücklehnen können, weil alles geklärt ist. Sexualität wird hier nicht als schwere Sünde bewertet. Aber auch in der Ehe haben wir immer noch die Vorstellung, dass jeder Akt der genitalen Sexualität offen sein muss für das Leben. Was heißt das denn? Fruchtbarkeit in einer Ehe ist doch viel mehr als nur biologistisch gedacht, dass ein neuer Mensch entstehen kann. Auch wenn das natürlich ein besonderes Wunder bleibt.

Aber was ist denn so neu?

Mock: Wenn wir uns darauf verständigen können, dass Sexualität erst einmal eine positive Kraft ist, wäre das eine wegweisende Weiterentwicklung. Dann gilt es, anzuerkennen, dass Sexualität uns eingegeben ist vom Schöpfer und dass wir sie uns nicht aussuchen. Sie ist Teil eines Reifungsprozesses bei allen Menschen. Und so wie wir als sexuelle Wesen von Gott geschaffen sind, sind wir geliebt. Der nächste Schritt ist, anzuerkennen, dass Sexualität ein untrennbarer Teil der Identität eines Menschen ist und dass sie damit auch zu Beziehungen gehört. Das ist aber in der kirchlichen Vorstellung immer noch ein riesiges Problem. 

Dieser: Ich bin weit davon entfernt zu sagen, dass die kirchliche Sexualmoral dazu geführt hat, dass Menschen sofort zu Missbrauchstätern wurden. Aber: Die MHG-Studie hat uns deutlich vor Augen geführt, dass Täter oft Menschen sind, die nicht gelernt haben, ihre Sexualität anzuschauen. Diese Regressivität haben wir durch kirchliche Sexualmoral mitverursacht.  Wir wollen sie überwinden. Es ist nicht so, dass all diese Gedanken, die uns bewegen, noch niemand gedacht hat. Wir schöpfen aus der Arbeit von Theologen wie dem verstorbenen Professor Schockenhoff, aus den Erkenntnissen der Humanwissenschaften und auch aus einer gesellschaftlichen Entwicklung. All das soll dazu führen, dass die kirchliche Lehre einen Anstoß zur Weiter­entwicklung bekommt.

Birgit Mock (51) ist Geschäftsführerin des Hildegardis-Vereins und Vizepräsidentin des Katholischen  Deutschen Frauenbundes.
Birgit Mock (51) ist Geschäftsführerin des
Hildegardis-Vereins und Vizepräsidentin
des Katholischen Deutschen Frauenbundes. 

Wie ist die Atmosphäre in Ihrem Forum?

Dieser: Ganz und gar positiv. Es gibt keine Doppelbotschaften, es wird nicht unterm Tisch getreten. Wir verzeichnen keine Abwanderungen – mit Ausnahme eines Mitglieds. Aber wir haben natürlich auch eine selbstbewusste Minderheit, die immer wieder sagt, dass sie Ansichten der Mehrheiten nicht teilt.  Es tut allen weh, dass wir nicht wenigs­tens in kleineren Dingen eine größere Gemeinsamkeit erkennen können. Aber im Moment ist das so zu akzeptieren, weil wir es nicht redlich überwinden können, ohne dem anderen Gewalt anzutun.

Gibt es Punkte, bei denen es eine Einigkeit gibt zwischen Minderheit und Mehrheit?

Dieser: In einer Videokonferenz von uns fünf Bischöfen im Forum haben wir einen solchen Punkt benannt. Wir wollen nicht mehr sagen müssen, dass alle Sexualität, die außerhalb der Ehe von Mann und Frau gelebt wird, von vorneherein Sünde ist. Wir brauchen, wie Papst Franziskus sagt, eine Unterscheidung der Lebenssituationen von Menschen. Damit wird ein Dialog möglich. Wenn das Schreiben aus Rom zu Segnungen für Homosexuelle sagt, Sünde dürfe man nicht segnen, bricht der Dialog sofort ab.

Gleichzeitig ist das aber der zentrale Streitpunkt: Wo ist der Ort für gelebte Sexualität? Nach geltender Lehre im Katechismus ist es nur die Ehe. Deshalb hat Weihbischof Schwaderlapp das Forum verlassen. Er wollte nicht mittragen, dass eine Mehrheit diese kirchliche Lehre ändern will. Wo ist die Brücke zwischen diesen Positionen?

Dieser: Die Brücke liegt darin, dass wir ein vertieftes Menschenbild auch in der Sexualität gelten lassen. Was wir nicht ändern, ist, dass Sexualität Ausdruck von Liebe in einer Beziehung ist. Sie ist die Erfahrung des Angenommenseins und des Annehmens. Das ist nach unserer Auffassung zuhöchst sakramental möglich in einer Ehe zwischen Mann und Frau. Aber es gibt auch Menschen, die nicht heterosexuell sind, deren Ehe gescheitert ist oder die mit großer Beziehungsunsicherheit eine solche Ehe gar nicht leben könnten. Sie finden sich dennoch als sexuelle Wesen vor und können doch einen Wachstumsweg beginnen, ohne dass sofort das Damoklesschwert der Gefährdung des Heils über ihnen hängt.

Mock: Ich finde sehr wichtig, dass sich die Bischöfe schon durch Gespräche in kleinerer Runde einig geworden sind. Die Brücke bilden doch die Werte, die in einer Beziehung gelebt werden: Treue, Liebe, Respekt, Freiwilligkeit. Diese Werte anzuerkennen, darin besteht in unserem Forum eine große Einigkeit. Das führt aber nicht bei allen zur Anerkennung, dass auch Sexualität in einer Beziehung gelebt werden darf.

Die Frage, wo der Ort für gelebte Sexualität ist, bleibt eine Entweder-oder-Entscheidung.

Mock: Sexualität ist doch nichts, was wir den Menschen zusätzlich erlauben, damit das Leben noch Zuckerguss und Sahne bekommt. Es geht hier um das Menschen- und Gottesbild. Will Gott, dass Menschen in ihren Beziehungen ihre Sexualität leben dürfen? Das ist eine zentrale Glaubensüberzeugung. Und damit verbunden auch die Frage, wie sich kirchliche Entwicklung vollziehen darf. Deswegen hat uns Weihbischof Schwaderlapp verlassen. Für ihn hat die Kirche keine Erlaubnis, die Lehre zu verändern. Das sehen wir anders. Wir sehen es geradezu als Auftrag. Uns geht es darum, glaubwürdig zu sein in der frohen Botschaft. Da kommen wir dann auch zu dem Spannungsfeld, dem wir uns stellen müssen, wenn Rom unsere Eingaben verwirft.

Ja, was passiert dann?

Mock: Wir haben so wegweisende Pläne. Wir sitzen digital mit 32 Leuten zusammen, arbeiten hochkonzentriert an Texten und reden über Sex und das Leben und die Frage, wie wir auf Dauer den Katechismus ändern können. Wir werden dazu Vorschläge machen, die wir nach Rom geben. Warten wir dann darauf, was Rom sagt? Das wäre ein entspannter Weg: Rom schaut sich das an, findet alles prima und übernimmt das für die Weltkirche. Dann ist der rote Teppich ausgerollt, dass wir hier in Deutschland Segensfeiern durchführen können. So einfach wird es vermutlich nicht werden.

Dieser: Der Papst hat zwar nicht den roten Teppich ausgerollt, aber Türen geöffnet. Er lädt uns zu synodalen Prozessen ein, erst als Teilkirchen, dann kontinental und schließlich weltkirchlich. Das ist eine riesige Chance, dass unser Synodaler Weg in Deutschland aus einer Isolierung herausgenommen wird und wir unsere Ergebnisse einbringen können. Es ist also gar nichts Exklusives, was wir in Deutschland machen, sondern etwas, das der Papst will.   

Helmut Dieser (59) ist Bischof von Aachen und Mitglied der Glaubens- und der Pastoralkommission der Deutschen Bischofskonferenz.
Helmut Dieser (59) ist Bischof von Aachen und
Mitglied der Glaubens- und der Pastoralkommission
der Deutschen Bischofskonferenz. 

Und was passiert, wenn Rom gar nicht antwortet oder ablehnt?

Mock: Der Synodale Weg ist ein gutes Modell für unsere Kirche. Wir reden offen, wir überlegen, was die Zeichen der Zeit sind, die wir für Deutschland angehen wollen. Das kann auch ein neues Bild von unserer Weltkirche begründen. Wenn wir die Spannung einer Ungleichzeitigkeit nicht anerkennen und sie verantwortungsvoll gestalten, sind wir in Zukunft nicht mehr handlungsfähig. Wenn wir immer auf die Langsamen warten, bedeutet das, dass wir nichts tun. Das wäre auch eine Entscheidung. Am Ende wird der Synodale Weg zeigen: Wofür entscheiden wir uns? Einige dramatisieren das, aber das ist klassische Führungsverantwortung in einer modernen Welt.

Wie meinen Sie das?

Mock: Wir wollen in unserem Forum nicht, dass es letztlich Gewinner und Verlierer durch Abstimmung gibt. Wir wollen Lösungen finden, die nicht ein Entweder-Oder sind, sondern ein Sowohl-Als-Auch. Wir sollten denen, die Schritte nach vorne gehen wollen, ermöglichen, dies mit offenen Kirchentüren zu tun. Andere, die sagen, wir sind noch nicht so weit oder das ist nicht unser Weg, sollen ein anderes Tempo gehen können.

Wir brauchen also mehr Vielfalt in der Kirche?

Dieser: Eine Buntheit und Vielfalt in den Weisen, Jesus nachzufolgen. „Was sollen denn wir tun?“, haben die Leute Johannes den Täufer gefragt. Ja, und was sagen wir denn homosexuellen Menschen? Wir sagen bis jetzt, niemand darf euch diskriminieren, aber ihr müsst enthaltsam sein, weil sonst euer Heil gefährdet ist. Enthaltsamkeit ist auch eine Gottesgabe. Wenn ein Mensch dazu aber nicht berufen ist, was soll er tun? Ist das Evangelium für diesen Menschen schon auserzählt? Das kann doch nicht sein. Das gilt genauso für die wiederverheiratet Geschiedenen. Die Lösung des Papstes ist: begleiten, integrieren, einen Wachstumsweg zeigen.

Für die meisten Menschen ist die kirchliche Sexualmoral kein Thema mehr. Lohnt sich die Mühe, über diese Themen zu sprechen, oder ist der Zug nicht längst abgefahren?

Mock: Ich war am 10. Mai in einer Kirche in Hamm, in der Pfarrer Bernd Mönkebüscher Paare gesegnet hat. An der Tür hing eine große Regenbogenfahne. Was in der Kirche stattgefunden hat, war wirklich schön. Es waren homosexuelle und heterosexuelle Paare da, einige von ihnen vielleicht wiederverheiratet Geschiedene. Sie alle haben einen Zuspruch Gottes gehört in dieser Kirche. Es gab Rituale, die ihnen das so verdeutlicht haben, wie es Worte nicht können. Da sind so viele Tränen geflossen. Da war so viel Heil spürbar.

Dieser: Wir sind am Beginn einer neuen Ära des Christlichen in unserer säkular geprägten Gesellschaft. Wir müssen es schaffen, Menschen zu zeigen, dass dieser Glaube ein Plus ins Leben bringt. Es ist unsere Aufgabe, jedem Menschen in unserer Gesellschaft das Evangelium zu verkünden. Können wir das? Noch längst nicht! Wenn Menschen uns vorwerfen, dass wir andere Menschen diskriminieren, habe ich auserzählt und zu Ende verkündet. Das habe ich bei jungen Leuten selbst erlebt, etwa in der Frage der Homosexualität.

Mock: Die Anstrengung lohnt sich für jedes einzelne Paar und jeden einzelnen Menschen. Im Kern geht es darum: Passt das, was wir tun, zu unserer Botschaft? Erkennen wir alle Menschen in ihrer Gottesebenbildlichkeit an? Ich würde derzeit sagen: Nein. Als Kirche versündigen wir uns an vielen Menschen, die nicht in ein menschengemachtes Raster passen.

Bischof Dieser, Sie haben die Segensfeiern für homosexuelle Paare als Gewissensentscheidung bezeichnet ...

Dieser: Ja, weil es um Seelsorge geht. Das Heil der Seelen, der Zuspruch Gottes für die Menschen – das ist unser Kerngeschäft. Als Kirche sollen wir ein Zeichen dafür sein, dass Gott den Menschen liebt und annimmt. Wenn es darum bei der Segensfeier geht, ist es eine Gewissensentscheidung. Noch gibt es keine Gewissheit, die ich als Bischof geben könnte. Darum ringen wir noch.

Mock: Wir haben viele Seelsorgerinnen und Seelsorger, die seit Jahren nach ihrem Gewissen entscheiden. Das möchte ich ihnen nicht mehr allein zumuten. Es ist eine Grauzone, die wir verlassen wollen. Die Kirchentüren sollen offen sein. Was da passiert an Liebe und Zuspruch, soll in die Welt hinausstrahlen. Das wollen wir durch eine Entscheidung befördern, für die sich nach meiner Hoffnung auch die Mehrheit der Bischöfe entscheidet.

Dieser: Eine solche Entscheidung soll auch vor Willkür bewahren, dass Menschen suchen müssen, wo sie nicht abgewiesen und vielleicht noch einmal verletzt werden.

Forum Leben in gelingenden Beziehungen 

Der Synodale Weg hat vier Arbeitsgruppen, sogenannte Synodalforen, zu den Themen „Macht und Gewaltenteilung“, Priesterliche Existenz heute“, „Frauen in Diensten und Ämtern in der Kirche“ und „Leben in gelingenden Beziehungen – Liebe leben in Sexualität und Partnerschaft“. Im Forum „Leben in gelingenden Beziehungen – Liebe leben in Sexualität und Partnerschaft“ arbeiten 32 Frauen und Männer unter Vorsitz der Geschäftsführerin des Hildegardis-Vereins, Birgit Mock, und des Aachener Bischofs Helmut Dieser. Schwerpunkte ihrer Beratungen sind Diskussionen über die kirchliche Sexualmoral und die Frage, wie Menschen in ihrer Sexualität angenommen und pastoral begleitet werden können. Ein Beispiel sind Segnungsfeiern für homosexuelle Paare.

Aber zu meiner Frage: Kann die Gewissensentscheidung ein Schlüssel für diese Fragen sein?

Dieser: Im Moment ja. Der Papst macht das ja auch so. Aber das reicht nicht. Wir brauchen den Anstoß für eine Weiterentwicklung der Lehre.

Mock: Eine Gewissensentscheidung alleine wäre zu wenig. Das würde die Fragen wieder individualisieren. Das haben wir doch längst. Es gibt doch kein deutsches Bistum, in dem es keine Segensfeiern gibt.

Was soll am Ende in Ihrem Forum erreicht werden?

Mock: Ich wünsche mir, dass wir im Synodalen Weg den Mut haben, Sexualität als positive Kraft zu sehen, Menschen in ihrer Identität anzuerkennen und das auch mit Zeichen zu verbinden. Ich wünsche mir, dass wir am Ende eine Mehrheit finden für Segensfeiern. Das würde zum Ausdruck bringen, was uns im Kern bewegt: die Anerkennung der Menschen als geliebte Geschöpfe Gottes – auch in ihrer Sexualität, so wie sie sind.

Dieser: Ich möchte aus der extremen Defensive, der Gefahr der Ghettoisierung der Kirche und des Rückzugs heraus. Die Menschen haben das Evangelium verdient; der Dialog mit ihnen darf nicht daran scheitern, dass sie mal gehört haben, dass die Kirche Homosexuelle diskriminiert. Ich muss glaubhaft sagen können, dass das ein alter Hut ist. Ich möchte den Menschen endlich mit Freude sagen können, dass die Botschaft des Glaubens das Menschsein reich und tiefer macht. Ja sogar heilig macht.

Interview: Ulrich Waschki