13.08.2021

Durch Wetterextreme und Corona

Hilfswerk: Hunger massiv gestiegen

Wetterextreme und die Folgen der Corona-Pandemie lassen nach Angaben der Diakonie Katastrophenhilfe den Hunger weltweit zunehmen. Insbesonderere der Südsudan, Madagaskar und der Jemen sind betroffen. 

Ein Mann in Afrika zeigt, wie trocken sein Acker durch die Dürre geworden ist.
Hier wächst nichts mehr: Ein Mann in Afrika zeigt, wie trocken sein Acker durch die Dürre geworden ist. 

Der Hunger auf der Welt steigt laut Angaben der Diakonie Katastrophenhilfe weiter an: Die Präsidentin des evangelischen Hilfswerkes, Dagmar Pruin, sagte in Berlin, dass die Zahl der Menschen, die weltweit kurz vor einer Hungersnot stünden, binnen zwei Jahren um 50 Prozent auf 41 Millionen zugenommen habe. Zu den Gründen gehörten Wetterextreme, Kriege und die Corona-Pandemie. Mit großer Sorge blicke die Diakonie Katastrophenhilfe dabei insbesondere auf Länder wie Südsudan, Madagaskar, den Jemen oder Äthiopien.

Laut Jahresbericht 2020 kamen in Ostafrika verschiedene Katastrophen zur gleichen Zeit zusammen: So hätten in Somalia und im Südsudan immer neue Überschwemmungen Ackerland überflutet und Ernten zerstört. Hinzu seien eine Heuschreckenplage gekommen sowie die Pandemie. Gewaltsame Konflikte wie die Eskalation in der Tigray-Region in Nord-Äthiopien oder im Südsudan hätten Hunderttausende Menschen aus ihrer Heimat vertrieben. Im Konfliktland Jemen seien 20 Millionen Menschen, etwa 80 Prozent der Bevölkerung, auf humanitäre Hilfe und Schutz angewiesen.

"Hunger kommt nicht von heute auf morgen. Die Zeichen und die Warnungen waren mehr als eindeutig", sagte Pruin und kritisierte, dass die internationale Gemeinschaft nicht frühzeitig mehr Geld an das Welternährungsprogramm gegeben hat, um es den Vereinten Nationen zu ermöglichen, rechtzeitig Vorräte anzulegen. Aber auch der Zugang internationaler Hilfsorganisationen zu den Notleidenden müsse verbessert werden.

Der Leiter der Diakonie Katastrophenhilfe, Martin Keßler, sagte, dass vor zehn Jahren UN-Finanzierungsaufrufen zu etwa 63 Prozent gefolgt wurde. Im vergangenen Jahr sei nur 50 Prozent der benötigten Gelder von den Staaten gegeben worden, in diesem Jahr dürften es noch weniger sein. Grund sei, dass der Bedarf wachse, die Finanzierung aber etwa gleich bleibe. Hinzu komme, dass in Konfliktregionen wie Tigray Hunger als Waffe eingesetzt werde. Dort sei auch sexualisierte Gewalt sehr verbreitet.

kna