08.03.2022

Start der Frühjahrsvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz

Bischöfe verurteilen russische Aggression

Der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Bischof Georg Bätzing, sagte, der Krieg lege "die hässliche Fratze autokratischer Macht frei".

Foto: kna/Jullia Steinbrecht
Die Bischöfe eröffneten ihre Frühjahrsvollversammlung im Wallfahrtsort Vierzehnheiligen mit einem Gottesdienst und einem Friedensgebet für die Ukraine. Foto: kna/Julia Steinbrecht


Mit einem eindringlichen Appell für Frieden und einer scharfen Verurteilung des russischen Angriffskriegs hat die Frühjahrsvollversammlung der katholischen Bischöfe in Deutschland begonnen. Deren Vorsitzender, Bischof Georg Bätzing, sagte beim Eröffnungsgottesdienst im oberfränkischen Wallfahrtsort Vierzehnheiligen, "die russische Aggression kennt offenbar keinen Halt". Die Lage in dem osteuropäischen Land ist ein Schwerpunkt des viertägigen Treffens. Gemeinsam mit Experten wollen die Bischöfe darüber beraten. Dabei geht es vor allem um Hilfen für Geflüchtete aus der Ukraine.

Bätzing sprach zu Beginn des Gottesdienstes von einem "völkerrechtswidrigen Verbrechen" und einer "perfiden Kriegsführung aus Moskau". Dieser ungerechte Krieg lege "die hässliche Fratze autokratischer Macht frei". Der russische Überfall auf die Ukraine sei ein Verrat am Frieden, so der Limburger Bischof. Freie Menschen würden in ihrer Würde und in ihrem Selbstbestimmungsrecht missachtet.


Bätzing verfasste Friedensgebet

Der Bischofskonferenz-Vorsitzende würdigte die vielen Friedensgebete und Friedensinitiativen in Deutschland. "Und diese gläubige Solidarität im Gebet wird weitergehen, bis das Grauen dieses Krieges überwunden ist." Hier reihe sich auch das Friedensgebet der Bischöfe ein, das Bätzing eigens verfasste. Er sprach es zu Beginn des Gottesdienstes gemeinsam mit dem Apostolischen Exarch für die Ukrainer, Bischof Bohdan Dzyurakh, vor dem Gnadenaltar in der Wallfahrtsbasilika.

In den kommenden Tagen wollen die Bischöfe über den Krieg sowie die Folgen und möglichen Hilfen beraten. Am Mittwoch wird es eine eigene Pressekonferenz mit dem für Weltkirche zuständigen Augsburger Bischof Bertram Meier geben. Eingeladen ist zudem der langjährige Chef der ukrainischen Caritas, Andrij Waskowycz. Er leitet das Büro für die Koordinierung humanitärer Initiativen des Weltkongresses der Ukrainer. Ferner kommen Thomas Schwartz vom kirchlichen Osteuropa-Hilfswerks Renovabis und der Münsteraner Professor Heinz-Günther Stobbe nach Vierzehnheiligen. Stobbe ist Moderator für den Arbeitsbereich Frieden der Deutschen Kommission Justitia et Pax. 

kna