30.09.2020

Klimaschutz in Entwicklungsländern

"Deutschland muss Vorbild sein"

Besonders in Entwicklungsländern wirkt die Erderhitzung schon heute verheerend. Deutschland müsse ihnen beim Klimaschutz helfen, fordert Kathrin Schroeder vom katholischen Hilfswerk Misereor. 

Kathrin Schröder ist Referentin für Energie- und Klimapolitik beim kirchlichen Hilfswerk Misereor.
Kathrin Schröder ist Referentin für Energie- und Klimapolitik beim kirchlichen Hilfswerk Misereor. 

Deutschland und andere EU-Staaten müssen nach Ansicht des katholischen Hilfswerks Misereor beim weltweiten Klimaschutz eine Vorbildrolle einnehmen. Was in Europa passiere, habe "Signalwirkung für andere Länder - und Konsequenzen", sagte Misereor-Klimaexpertin Kathrin Schroeder im Interview dieser Zeitung. "Wenn in Deutschland Technologien entwickelt werden, werden sie auch anderen zugänglich." So habe etwa die Förderung der Solarenergie in Deutschland dazu geführt, dass die Technologie auch in ärmeren Ländern bezahlbar wurde.

Schroeder appellierte an die reichen Industriestaaten, die Klimaziele schnell umzusetzen, um die Entwicklungsländer in ihrem Kampf gegen die Folgen des Klimawandels zu unterstützen. "Zuallererst müssen wir selbst alles tun, um das 1,5-Grad-Limit einzuhalten, wie es auch im Pariser Klimaabkommen steht", so die Expertin. Die in der westlichen Welt verursachten Emissionen seien genau die, "die heute die Klimakrise vor allem in armen Ländern verschärfen".

Kritik übte Schroeder am Tempo der Klimapolitik in Deutschland. Ein Kohleausstieg erst 2038 reiche nicht aus. Notwendig sei ein deutlich schnelleres Handeln auf diesem Gebiet und eine «wirklich entschlossene» Verkehrswende. "Deutschland muss Vorbild sein. Wenn Deutschland es nicht schafft, im Verkehrssektor die Treibhausgase zu reduzieren, dann wird's international schwierig."

Das vollständige Interview mit Kathrin Schroeder lesen Sie in der aktuellen Ausgabe Ihrer Kirchenzeitung.