20.11.2019

Anfrage

Verschiedene Namen, diesselbe Feier?

Es gibt verschiedene Namen für die kirchliche Messfeier: Amt, Hochamt, Gottesdienst, Messe, Andacht, Eucharistiefeier. Was ist da der Unterschied? M. H., Rüdesheim am Rhein

Tatsächlich gibt es in der Kirche eine Fülle von verschiedenen liturgischen Feiern. Der Oberbegriff für alle ist Gottesdienst. Immer, wenn Menschen zum Gebet zusammenkommen, feiern sie einen Gottesdienst, egal ob sie zu zweit die Laudes oder Vesper beten, die Krankensalbung am Bett des alten Vaters feiern oder die Sonntagsmesse in der Kirche.

Eine Andacht ist ein Gebetsgottesdienst, der heute oft von Laien geleitet wird. Die bekanntesten sind die Rosenkranzandacht, die Maiandacht, die Kreuzwegandacht, die eucharistische Andacht oder die Bußandacht. Andachten haben keine verbindliche Form, so dass man in der Gestaltung recht frei ist. Typische Elemente sind Gesänge, Wechselgebete oder Litaneien. Das Gotteslob hält ab Nr. 672 viele Gestaltungselemente bereit.

Der Wortgottesdienst, auch Wort-Gottes-Feier genannt, wird von Gemeinden oder Gruppen gefeiert, wenn entweder kein Priester zur Verfügung steht oder wenn man in der Gestaltung freier sein möchte, etwa bei Feiern mit Schülern oder bei alternativen Gottesdienstformen für Fernstehende. Im Ablauf orientiert man sich klassisch am ersten Teil der Messe – also alles bis zur Gabenbereitung (siehe Gotteslob Nr. 668); aber auch andere Gestaltungen sind möglich.

Der Höhepunkt aller liturgischen Feiern ist die Eucharistiefeier. Der Name stammt vom griechischen Wort für „danken“, denn das ist ihr Zentrum: Dank für das Heil in Christus. Umgangssprachlich wird sie meist (heilige) Messe genannt; dieser Begriff leitet sich ab von dem alten lateinischen Entlassungsruf „Ite missa est“, mit dem die Feier endet. Offenbar war der Schluss für die Menschen so entscheidend, dass die ganze Feier danach benannt wurde.

Die Begriffe Amt und Hochamt bezeichnen lediglich Unterschiede in der Feierlichkeit. Als sonntags noch mehrere Messen gefeiert wurden, war eine das Hochamt mit Weihrauch, Kerzen und brausender Orgel, während die anderen schlichter gefeiert wurden – eher so, wie man sie an Werktagen kennt.

Susanne Haverkamp