Christen über Christus – und über sich selbst

Was sagt ihr über diesen da?

Die theologische Behörde aus Jerusalem wollte es genau wissen: Wer ist dieser Typ in der Wüste, der so radikal predigt und Massen anzieht? Für wen oder was steht er? Und Johannes gab Auskunft – über sich und über Jesus. Was aber haben Christen dazu gesagt – über sich und über Christus?

„Wir verkündigen nämlich nicht uns selbst, sondern Jesus Christus als den Herrn, uns aber als eure Knechte um Jesu willen.“
Paulus im zweiten Brief an die Korinther 4, 5

„O Herr, ich bin dein Knecht, deiner Magd Sohn; du hast meine Bande gelöset. Dir will ich Dank opfern und des Herrn Namen verkünden. Es soll dich loben mein Herz, preisen soll dich meine Zunge, und alle meine Gebeine müssen sagen: Herr, wer ist dir gleich?“
Augustinus (354–430), Bischof von Hippo, Confessiones, IX. Buch, 1. Kapitel

„Der Abt, der würdig ist, einem Kloster vorzustehen, muss immer bedenken, wie man ihn anredet, und er verwirkliche durch sein Tun, was diese Anrede für einen Oberen bedeutet. Der Glaube sagt ja: Er vertritt im Kloster die Stelle Christi; wird er doch mit dessen Namen angeredet.“
Benedikt von Nursia (480–547), im zweiten Kapitel seiner Ordensregel

„Gottes Sohn wird Mensch, damit der Mensch Heimat habe in Gott.“
Hildegard von Bingen (1098–1179)

„So viel ein Mensch vor Gott ist, so viel ist er wirklich. Und mehr ist er nicht.“ – „Herr, du bist die Geborgenheit, die Ruhe, die Fröhlichkeit und die Freude.“ – „Was bist du, liebreicher Gott, und was bin ich Würmlein, dein kleiner Knecht?“
Franz von Assisi (1182–1226)

„Ich habe nichts zu geben als das, was du mir selbst gegeben hast.“
Katharina von Siena (1347–1380) italienische Mystikerin und Kirchenlehrerin

„Herr, du weißt, was besser (für mich) ist: Mache es so oder so, wie du willst. Gib mir, was du willst, wie viel du willst und wann du willst. […] Stelle mich, wohin du willst, und tu mit mir in allem nach deinem Wohlgefallen.“
Thomas von Kempen (1380–1471), „Nachfolge Christi“

„Christus hat jetzt keinen anderen Leib als euren, keine Hände außer eure. Eure Augen sind es, durch die Christi Erbarmen auf die Welt schaut. Mit euren Füßen geht er umher und tut Gutes. Mit euren Händen will er uns jetzt segnen.“
Teresa von Ávila (1515–82)

„Ein Christenmensch ist ein freier Herr über alle Dinge und niemand untertan. Ein Chris-tenmensch ist ein dienstbarer Knecht aller Dinge und jedermann untertan.“
Martin Luther (1483–1546) in der Schrift „Von der Freiheit eines Christenmen-schen“, Wittenberg 1520

„Wir sind Bettler, das ist wahr.“
Martin Luthers letzte geschriebenen Worte am 18. Februar 1546

„Wenn Gott uns, seine kleinen Geschöpfe, kommen sieht, neigt er sich uns zu, wie ein Vater es tut, um sein Kind anzuhören, das mit ihm sprechen will.“
Jean Marie Vianney, Pfarrer von Ars (1786–1859)

„Wer glaubt, ein Christ zu sein, nur weil er die Kirche besucht, irrt sich. Man wird ja auch kein Auto, wenn man in eine Garage geht.“
Albert Schweitzer (1875-1965), elsässischer evangelischer Theologe, Musiker, Arzt, Philosoph und Friedensnobelpreisträger 1952

„Christus steht nicht hinter uns als unsere Vergangenheit, sondern vor uns als unsere Hoffnung.“
Friedrich von Bodelschwingh (1831–1910), evangelischer Geistlicher

„Christus ist nicht in die Welt gekommen, dass wir ihn begriffen, sondern dass wir uns an ihn klammern, dass wir uns einfach von ihm hinreißen lassen in das ungeheure Geschehen der Auferstehung.“
Dietrich Bonhoeffer (1906-1945), deutscher evangelischer Theologe

„Ohne Vorbehalt und ohne Sorgen / leg’ ich meinen Tag in Deine Hand. / Sei mein Heute, sei mein gläubig Morgen, / sei mein Gestern, das ich überwand. / Frag mich nicht nach meinen Sehnsuchtswegen, / bin aus Deinem Mosaik ein Stein. / Wirst mich an die rechte Stelle legen, /Deinen Händen bette ich mich ein.“
Edith Stein/ Teresia Benedicta vom Kreuz (1891–1942)

„Mein Sohn, als ich zum Papst gewählt wurde, bin ich erschrocken vor der Würde dieses Amtes, und ich konnte eine Zeit nicht mehr schlafen. Einmal bin ich doch kurz eingenickt, da erschien mir ein Engel im Traum, und ich erzählte ihm meine Not. Daraufhin sagte der Engel: ‚Giovanni, nimm dich nicht so wichtig.‘ Seitdem kann ich wunderbar schlafen.“
Papst Johannes XXIII. (1881–1963)

„Herr Jesus Christus, du bist zu uns in die Welt gekommen, auf einem Esel. Du willst nicht über die Menschen herrschen, sondern hast uns allen gedient. Du bist unser Sündenbock und Lastesel geworden; du hast alles auf dich genommen am Kreuz. Nun sind wir entlastet. Dafür danken wir dir: Aber nun wollen wir Lasten tragen von Menschen, die belastet sind. Wir wollen ganz in deiner Nähe sein. Lass uns deine Lastesel sein, Christus. Amen.
Dom Hélder Pessoa Câmara, Bischof von Olinda/Recife in Brasilien (1909–99)

„Die Sterbenden, die Verkrüppelten, die mental Kranken, die Ungewollten, die Ungeliebten – sie alle sind Jesus in Verkleidung  … durch die armen Menschen habe ich die Gelegenheit, 24 Stunden täglich mit Jesus zusammenzusein.“
Mutter Teresa von Kalkutta (1910–97)

„Für mich ist Jesus die nicht mehr aufhebbare, unwiderrufliche Selbstzusage Gottes an mich in der Geschichte, das letzte unüberbietbare, unwiderrufliche Wort Gottes, das WORT.“
Karl Rahner (1904–84), deutscher Theologe

„Du, Christus, bist es, der je-
den Morgen den Ring des ver-
lorenen Sohnes, den Ring des
Festes, an meinen Finger steckt.“
Frère Roger Schutz (1915–2005), Taizé

Die Kardinäle haben mich gewählt, „einen einfachen, bescheidenen Arbeiter im Weinberg des Herrn.“
Kardinal Joseph Ratzinger nach seiner Wahl zum Papst am 19. April 2005

„In Jesus Christus schenkt Gott uns seine Liebe.“
Benedikt XVI. zum Angelusgebet am 24. Februar 2008