18.01.2017

Anfrage

Hat jedes Bistum einen eigenen Schutzpatron?

Hat jedes Bistum in Deutschland einen eigenen Heiligen? Und wenn ja: Welche sind das? H. M., 41747 Viersen

Die kurze Antwort lautet: ja. Manche Diözesen haben gleich mehrere Schutzpatrone, wie beispielsweise das Erzbistum München und Freising. Diözesanpatron ist der heilige Korbinian, der heilige Benno von Meißen ist Münchens Stadtpatron (und auch Patron des Bistums Dresden-Meißen). Neben ihnen dürfen weitere selige und heilige Persönlichkeiten im Bistum, sogenannte „Nebenpatrone“ um ihre Fürsprache gebeten werden. Woher kommt das?

Es verwundert nicht, dass die deutschen Bis-tümer im Laufe ihres Entstehens Schutzpatrone benannt haben, gibt es doch für viele teils sehr konkrete Anliegen bestimmte Heilige, die man als Katholik oder orthodoxer Christ anrufen (nicht anbeten!) kann. Bergleute haben vielleicht eine Ikone der heiligen Barbara im Schacht aufgehängt, Autofahrer reisen mit der Chris-tophorus-Plakette. Das hat etwas mit der überlieferten Geschichte der Heiligen, ihrer „Legende“, zu tun. Wenn Bistümer einen Schutzheiligen benannt haben, ist das oft der Gründer des Bistums oder eines bedeutenden Gotteshauses. Dieser Fall liegt im Bistum Fulda mit dem heiligen Bonifatius vor, oder im alten Bistum Hamburg mit dem heiligen Ansgar.

Häufig ist die Haupt- oder Nebenpatronin auch die Gottesmutter Maria, in Hamburg, Hildesheim und Aachen unter dem Titel ihrer Aufnahme in den Himmel (Maria assunta), in Essen unter dem Titel „Mutter vom Guten Rat“. Frauen sind aber auch andernorts vertreten: in Görlitz wacht die heilige Hedwig von Schlesien als Patronin über das Bistum. Ein prominentes Beispiel für ein Bistum, das die Heiligen zu seinen Schutzpatronen ernannt hat, deren Reliquien es behütet, ist Köln mit den Heiligen Drei Königen. 

Der Schutzpatron ganz Deutschlands ist übrigens der Erzengel Michael. Eine Liste aller Patronate ist auf der Internetseite des ökumenischen Heiligenlexikons zu finden.

Von Philipp Adolphs