13.11.2017

Klimagipfel in Bonn

Fazit zur Halbzeit

Vorsichtiger Optimismus bei der Weltklimakonferenz in Bonn: Zur Halbzeit seien die Verhandlungen konstruktiv gelaufen, sagen auch kirchliche Hilfswerke.


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Verbände und Hilfswerke demonstrieren für mehr Klimagerechtigkeit in Bonn
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Zur Halbzeit der Weltklimakonferenz in Bonn haben sich kirchliche Hilfswerke weitgehend positiv geäußert. Aus Sicht von Brot für die Welt verlaufen die Verhandlungen konstruktiv. Misereor teilte mit, es hoffe auf einen guten Ausgang des Treffens. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) appellierte an jedes Land, seinen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten.

Auch Papst Franziskus wandte sich am Wochenende mit einer Botschaft direkt nach Bonn: Er forderte bei einer Begegnung mit Staats- und Regierungschefs pazifischer Inselstaaten im Vatikan Maßnahmen gegen den Klimawandel, steigenden Meeresspiegel und Schädigungen der Ozeane.

Die Klimareferentin bei Brot für die Welt, Sabine Minninger, nannte es eine gute Nachricht, "dass alle Staaten, die sich dem Pariser Abkommen verpflichtet fühlen, in Bonn konstruktiv miteinander verhandeln". Langsam aber sicher werde das Kleingedruckte formuliert, "mit dem die Spielregeln des Paris-Abkommens endlich verbindlich festgezurrt werden sollen".

Als enttäuschend bezeichnete Minninger dagegen, dass die "reicheren Staaten den verletzlichsten Ländern beim Thema klimabedingte Schäden und Verluste (Loss and damage) nicht entgegenkommen". Eine ausreichende Finanzierung zur Behebung von Klimaschäden durch reichere Staaten, die die größte Verantwortung für die Erderwärmung trügen, sei nicht in Sicht.

 

"Es hakt noch an vielen Stellen"

Am Freitag äußerte das katholische Hilfswerk Misereor Hoffnung auf einen guten Ausgang der Weltklimakonferenz. "Es hakt noch an vielen Stellen, aber ein Scheitern droht nicht", sagte Expertin Kathrin Schroeder. Diskutiert werde derzeit unter anderem über jene Vorgaben, die vor allem die Industrieländer vor 2020 umsetzen müssten, um die Ziele von Paris zu erreichen. Debatten gebe es auch darüber, wie die reicheren die ärmeren Länder bei der Anpassung an den Klimawandel unterstützen könnten.

Merkel warnte in ihrer jüngsten Videobotschaft: "Das Ziel, den Anstieg der Temperatur auf unter zwei Grad - am besten in Richtung 1,5 Grad - zu beschränken, dieses Ziel wird mit dem jetzigen Zustand nicht erreicht." Seit den 90er Jahren, in denen sie Umweltministerin war, habe sich die Dringlichkeit verändert. Merkel sieht vor allem die Industrieländer in der Verantwortung dafür, "dass sich die Dinge ändern». Man müsse den industriellen Kern «in die Zukunft hinein entwickeln, ohne Arbeitsplätze zu verlieren".

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) forderte vor der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) in Bonn, dass die Lage in den südpazifischen Inselstaaten noch stärker in den Blick kommen müsse. Der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm warnte, der Klimawandel schreite voran und verschärfe die Kluft zwischen Arm und Reich.

Der zweiwöchige UN-Klimagipfel in Bonn endet am Freitag. Am Mittwoch geht die Konferenz in die entscheidende Phase. Dann werden zahlreiche Minister sowie Staats- und Regierungschefs in Bonn erwartet.

kna