Die moderne Fassung der katholischen Soziallehre soll helfen, die Welt besser zu machen

Docat: Der Christ als Revolutionär?

Die Welt zu verändern, aus ihr einen besseren Ort mit mehr Gerechtigkeit, mehr Umweltschutz und weniger Armut zu machen. Nichts weniger als das, ist der Anspruch vom "Docat", einer zeitgemäßen Auslegung der katholischen Soziallehre für Jugendliche, die es jetzt auch in Deutschland als Buch und als App gibt.

Handlungsanweisung für eine bessere Welt

„Docat kommt vom englischen „to do“ und „catechism“. Es handelt sich also um eine Art „How to do“ für junge Christen, "eine Handlungsanweisung, eine Ethik", wie wir aus dieser Welt eine bessere, gerechtere, mit weniger Armut, Not und Krieg, dafür aber mehr sozialer Gerechtigkeit, Nächstenliebe sowie einem sorgsameren Umgang mit der Natur machen können. Mehr noch: Von dem Buch Docat, das Papst Franziskus der Öffentlichkeit erstmals im Sommer 2016 auf dem Weltjugendtag in Krakau vorgestellt hat, und das nun in 32 Sprachen weltweit auf den Markt kommt, verspricht sich das katholische Kirchenoberhaupt (dem Vorwort zufolge) viel. „Wenn ich euch nun einlade die Soziallehre wirklich kennenzulernen, so träume ich nicht nur von Gruppen, die unter Bäumen sitzen …Mein Traum ist größer: Ich wünsche mir eine Million junger Christen, ja eine ganze Generation, die für ihre Zeitgenossen Soziallehre auf zwei Beinen sind“.

Ein Christ, der in diesen Zeiten kein Revolutionär ist, ist kein Christ“.

Die Idee für das Buch geht zurück auf eine Initiative von Papst Benedikt. Dieser hatte der Jugend der Welt 2011 in Madrid bereits den sogenannten Youcat (den Jugend-Katechismus der römisch-katholischen Kirche) geschenkt. Doch während der Youcat, von Papst Benedikt eher als ein Appell an die Vernunft („Ihr müsst wissen, was Ihr glaubt!“) gedacht war, ist der Docat eher etwas fürs Herz, wie es Bernhard Meuser, der Redakteur der deutschen Ausgabe in einem lesenswerten Interview mit dem Internetportal kath.net formuliert. Die katholische Soziallehre gilt vielen noch als großer, zum Teil ungehobener Schatz der Kirche.

Papst Franziskus überreicht Jugendlichen den "Docat". Foto: www.youcat.org

Über den Südamerikaner Franziskus, dem kritische Zeitgeister zuweilen eine gewisse Naivität unterstellen, sagt Meuser. „Ich liebe diesen Papst gerade für seine Einfalt, seinen unbändigen Glauben daran, dass die Welt anders aussehen könnte, wenn die Christenheit nicht in weiten Teilen ein so angepasster, verbürgerlichter, verzagter Haufen wäre. Ganz folgerichtig ist der Docat dann auch gewürzt mit zahleichen, zuweilen recht scharfen Franziskus-Zitaten („Ein Christ, der in diesen Zeiten kein Revolutionär ist, ist kein Christ“).

Youcat: Erfolgreichstes christliches Buch nach der Bibel

Verlegt wird das Buch übrigens von der Youcat-Foundation. Vorgestellt wurde es in Deutschland erst jüngst von der katholischen Politikerin Andreas Nahles (Bundesministerin für Arbeit und Soziales, SPD) sowie dem emeritierten Kardinal Karl Lehmann. Bereits das erste Buch der Youcat-Foundation war mit weltweit sieben Millionen verkauften Exemplaren ein Megaerfolg, um es mal salopp formulieren. Es gilt Fachkreisen inzwischen als das zweiterfolgreichste christliche Buch nach der Bibel. Übersetzt wurde der Youcat inzwischen in 72 Sprachen. Vom Docat sind – Stand heute – bisher „lediglich“ Ausgaben in 32 Sprachen geplant. Neu und anders ist aber, dass es den DOCAT auch als Smartphone-App gibt. Mit der App sollen junge Christen ermuntert werden, sich in Gruppen zusammenfinden, sich sozial zu engagieren. Zudem ist die elektronische Ausgabe des Buches mit 4,99 Euro wesentlich preiswerter als die Gedruckte, die immerhin mit 14,99 Euro „zu Buche schlägt“…

Nur wer sich selbst ändert, kann am Ende die ganze Welt ändern (Screenshot: www.youcat.org)

Wer es dennoch lieber analog mag, geht entweder zu seinem beliebigen, möglichst christlichen regionalen Buchhändler, oder er bestellt sich das Lehrbuch gleich beim „Hersteller“. Die Youcat-Foundation hat zu diesem Zweck längst einen funktionalen Online-Shop eingerichtet. Dort ist – neben Youcat und dem Docat – übrigens auch – für Menschen, die sich erst einmal an das Thema rantasten wollen - ein schöner Tischkalender mit 365 spirituellen Tagesimpulsen zu beziehen.

Ihr Webreporter Andreas Kaiser